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06.11.2018

Der Abschied von der Vollversicherung

Die AXA hat mit ihrem Entscheid, aus dem Vorsorge-Vollversicherungsmodell auszusteigen, die Diskussion über das geeignete Vorsorgemodell wieder angeheizt. Es geht konkret um die Frage, wie ein Unternehmen seine Vorsorge nachhaltig aufbauen kann.


Die Axa Schweiz hat entschieden, keine BVG-Vollversicherung mehr anzubieten. Die bestehenden Vollversicherungs-Stiftungen werden per Anfang 2019 in drei teilautonome Sammelstiftungen umgewandelt, bei denen die angeschlossenen Unternehmen das Anlagerisiko selber tragen. Betroffen sind rund 40‘000 KMU-Kunden mit 400‘000 Angeschlossenen. Vor allem kleinere und mittlere Arbeitgeber sind jetzt auf eine professionelle Beratung angewiesen.

 

Die teilautonomen Stiftungen sollen Anlagen mit Bewertungsreserven übernehmen, was einem Deckungsgrad von 111 Prozent entspricht. Wer von der Axa wegzieht, nimmt das Freizügigkeitskapital mit, jedoch ohne Reserven. Dies funktioniert wie eine Fussfessel, ist aber gesetzeskonform. Die bestehenden Altersrentner und die, ihnen zugeordneten Reserven von CHF 18 Mrd. werden zu unveränderten Konditionen bei der Axa verbleiben. Dies verbessert die Altersstruktur der Sammelstiftungen.

 

Die Axa begründet ihren Schritt hin zu Sammelstiftungen mit den anhaltend tiefen Zinsen, einer zunehmenden Umverteilung zulasten der Berufstätigen und einem engen Anlagekorsett. Diese Umstände haben in den letzten Jahren zu einem immer schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnis für die Unternehmen und deren Angestellten geführt.

Die Logik hinter dem Axa-Entscheid ist der Folgende: teilautonome Stiftungen können dank dem Deckungsgrad von 111 Prozent höhere Anlagerisiken eingehen, was sich – so der Plan der Axa – langfristig auszahlen soll. Zudem würden die Kunden der neuen Axa-Sammelstiftungen im Vergleich mit der heutigen Vollversicherung durchschnittlich um 30 Prozent tiefere Risikoprämien für das Todesfall- und Invaliditätsrisiko bezahlen. Dies ist so, weil im alten System erhöhte Risikoprämien für die Quersubventionierung eingesetzt wurden.


Kein Rundumschutz mehr für die Kunden

Die Vollversicherungen sind so etwas wie „Rund-um-sorglos“-Pakete. Deshalb sind sie auch so beliebt bei den KMU. Die BVG-Guthaben der Versicherten werden im Vollversicherungsmodell vollständig garantiert, unabhängig von der Entwicklungen an den Finanzmärkten. Der Versicherer trägt das Anlagerisiko. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet der Übergang von der Vollversicherung zu einem teilautonomen Vorsorgeangebot, dass sie neu das Anlagerisiko selber tragen müssen. Sollte es nach einem möglichen Börsencrash zu Unterdeckungen in den Sammelstiftungen kommen, wären die Unternehmen im schlimmsten Fall gezwungen, mit eigenen Mitteln für einen entsprechenden Ausgleich zu sorgen.


Schrumpfender Markt

Offen bleibt die Frage, welche Auswirkungen der Schritt der Axa in der beruflichen Vorsorge auf den gesamten Markt haben wird und für welchen Weg sich die anderen Anbieter wie Swiss Life, Allianz Suisse oder Helvetia entscheiden werden. Sie alle haben in den vergangenen Jahr immer weniger Geschäfte mit Vollversicherungen gemacht, sich aber für den Erhalt der Vollversicherung stark gemacht.

Laut der Finanzmarktaufsicht Finma ist das Prämienvolumen der privaten Schweizer Lebensversicherer in der beruflichen Vorsorge 2016 um sechs Prozent auf CHF 23 Milliarden gesunken. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die Lebensversicherer das Neugeschäft in der Vollversicherung immer stärker beschränken, schrieb die Finma bei der Präsentation dieser Zahlen im letzten September.

Keiner der Lebensversicherer hat zusätzliche Kapazität angeboten und neue Anbieter gab es seit über zehn Jahren keine mehr. Die Hauptursache für diese Entwicklung verortet die Finma in der – aus der der Perspektive der Versicherer – ungenügenden Entschädigung für das notwendige Kapital zur Absicherung der Leistungsversprechen.

Mit einem Marktanteil von 29 Prozent 2016 in der Schweiz, war die Axa die zweitgrösste Anbieterin von Kollektivlebensversicherungen nach Swiss Life, wie die Zahlen des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV belegen.

 

Was bedeutet der Entscheid der Axa für die betroffenen Unternehmen?

Die betroffenen Arbeitgeber stehen vor der Entscheidung das neue Angebot der Axa anzunehmen oder sich nach einer Alternative umzusehen, die ihre Bedürfnisse als KMU am besten abdeckt.

Entscheidet sich ein Unternehmen für ersteres, so zahlt es zwar durchschnittlich weniger Risikoprämien für das Todesfall- und Invaliditätsrisiko, muss aber auf der anderen Seite das Anlagerisiko selber tragen, was bei einer Schieflage der Sammelstiftung zu erheblichen Mehraufwänden für das Unternehmen führen kann.

Entscheidet sich ein Unternehmen eine neue Lösung zu suchen, so bieten Pensionskassen für die eigene Branche vielfach passende Lösungen an. Auch der Schweizerische Baumeisterverband bietet seit 1980 mit seiner eigenen Pensionskasse, der PK-SBV als autonome Gemeinschaftsstiftung, unabhängig von Rückversicherern oder anderen Versicherungsgesellschaften und einem Deckungsgrad von aktuell 130.6 Prozent, branchenspezifische Lösungen für die Vorsorge an. Diese Kasse ist offen für Kunden des gesamten Baugewerbes. Sie ist kerngesund und verfügt seit mehreren Jahren über konkurrenzlos gute Kennzahlen.

 

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